Arnsberg T-City: Arnsberg 2012 – Die Familie Yaldiz (Teil 4)

Arnsberg T-City: Eine ganze Stadt gewinnt (openPR) - Hasan Yaldiz ist in seinem Element: Blitzschnell hackt er mit dem Wiegemesse einen Bund Kräuter klein, rührt in einem dampfenden Suppentopf und knetet den Teig für das Fladenbrot. Im Saal nebenan bauen seine beiden Kollegen eine Bühne auf und installieren die Lautsprecheranlage für die Kindergartenparty am Nachmittag. Bis vor kurzem noch waren alle drei Männer arbeitslos, jetzt bereiten sie als Service-Team Feste und Veranstaltungen für Kinder, Senioren oder Behinderte vor. Ihre Aufträge kommen ausschließlich aus dem nicht kommerziellen Bereich – von Kirchengemeinden oder Schulen, Altenheimen oder Vereinen. Gefunden haben sich die ehemaligen Arbeitslosen beim ‚Arnsberger Jobbuilder’ – einem virtuellen Netzwerk für Beschäftigungsmöglichkeiten im Dritten Sektor, das in Arnsberg die Arbeitsvermittlung revolutioniert hat. Die Idee dahinter ist so einfach wie genial. Statt mühsam Jobs für einzelne Arbeitslose zu suchen, bündelt man ihre Kompetenzen in Teams und integriert sie in ein virtuelles Netzwerk. Der Zentralrechner der Jobbuilder ist die Plattform, auf der sich Angebot und Nachfrage treffen. Je nach Auftrag bilden sich dafür maßgeschneiderte Teams oder ein Einzelner übernimmt die Aufgaben. Dabei geht es um einfache Handwerks- und Reparaturarbeiten wie Rasen mähen, Hecke schneiden oder Bilder aufhängen, um Winterdienst, Fahrten für Kranke und Gebrechliche oder um Einkaufs- und Veranstaltungsservice - kleine Dienstleistungen also, für die es außer Kleinanzeigen oder schwarzen Brettern lange Zeit keinen richtigen Markt gab.

Bevor Hasan Yaldiz zu den Jobbuildern kam, hatte er schon zwei Jahre vergeblich nach geregelter Arbeit gesucht. Der gebürtige Türke war mit seiner Familie nach Arnsberg gekommen um seinem Schwager beim Aufbau eines Restaurants zu helfen, doch aus den Geschäftsplänen wurde nichts. Der vierzigjährige Yaldiz ist begeisterter Hobbykoch und kennt sich gut mit Lebensmitteln aus, aber eine Ausbildung hat er nicht. Als Einzelperson auf dem freien Arbeitsmarkt hatte er mit seinen Fähigkeiten also schlechte Karten. Die Jobcenter konnten ihm allenfalls befristete Hilfsjobs vermitteln, ab und zu arbeite er schwarz, und mit der Zeit fühlte er sich mehr und mehr abgehängt vom regulären Arbeitsmarkt. Dann wurde Yaldiz auf die Arnsberger Jobbuilder aufmerksam, ließ sich dort beraten und entwickelte gemeinsam mit den Betreuern verschiedene Angebotpakete für die Kunden aus dem Dritten Sektor. Hier kann Yaldiz seine Talente endlich einbringen, sie mit denen anderer zu gefragten Dienstleistungen kombinieren und sich ein selbst erarbeitetes, wenn auch bescheidenes Gehalt verdienen. Im Gegensatz zur Schwarzarbeit ist er als Mitarbeiter bei den Jobbuildern versichert, kann seinen Kunden Gewährleistungen bieten und zahlt Sozialabgaben. Außerdem sammelt er wertvolle unternehmerische Erfahrungen, denn das virtuelle Service-Netzwerk funktioniert wie eine echte Firma. Yaldiz und seine Kollegen haben gelernt, wie man Angebote und Terminpläne professionell erstellt, wie man Kennzahlen entwickelt und kontrolliert und wie man Marketingaktionen plant und einleitet. Unterstützt werden sie dabei von einigen erfahrenen Arnsberger Geschäftsleuten, die im Beirat des Netzwerks sitzen. „Bei den Jobbuildern habe ich nicht nur einen regulären Job gefunden, sondern auch die Startrampe für meinen Zukunftstraum“, sagt Hasan Yaldiz. „Mit meinem eigenen Partyservice möchte ich bald auch auf den kommerziellen Markt gehen.“

Die Idee mit der Selbständigkeit kam maßgeblich von seiner Frau Yasemin. Sie kennt sich aus mit Existenzgründungen. Als türkischsprachiger Behördenscout hat sie ihre Landsmänner schon oft durch das virtuelle Rathaus der Stadt Arnsberg begleitet, wenn es um Gründungsformalitäten, Förderungsmaßnahmen oder Gewerbeanmeldungen ging. Auch Firmen nehmen ihre Übersetzungsdienste oft in Anspruch, etwa für Vertragsverhandlungen oder Verkaufsgespräche. Yasemin arbeitet auf Honorarbasis für eine Dolmetschervermittlung, die ihr Geschäft fast ausschließlich virtuell betreibt. Gerade läuft wieder ein Auftrag auf ihrem Computer ein. Ein türkischsprachiger Besucher hat sich am Infoportal der virtuellen Stadt angemeldet und wünscht einen Übersetzungsservice in seiner Landessprache. Yasemin begrüßt ihren Kunden, führt ihn zum Büro der IHK und dolmetscht online das Beratungsgespräch. Dass sie für diese Arbeit ihr Haus nicht verlassen muss und sich ihre Arbeitszeit frei wählen kann, kommt Yasemin sehr entgegen. Schließlich ist sie Mutter dreier Kinder: zwei Mädchen im Alter von zwei und vier Jahren und ein zehnjähriger Junge. Yasemin, heute Anfang Dreißig, ist in Deutschland geboren, hier zur Schule gegangen und hat eine Lehre in der Verwaltung begonnen. Als ihre Eltern zurück in die Türkei gingen, ist sie mitgekommen und hat dort ihren Mann Hasan geheiratet. Seit sie wieder in Arnsberg ist, hat Yasemin regelmäßig an Online-Schulungen teilgenommen und konnte so ihre Ausbildung als Verwaltungsfachfrau abschließen. „Ohne Breitbandanschluß hätte ich keine Chance gehabt, Familie, Ausbildung und Job unter einen Hut zu bringen,“ sagt Yasemin und meldet sich für die nächsten zwei Stunde am städtischen Infoterminal ab. Während sie mit den beiden Mädchen zum Spielplatz geht, wird die Dolmetschervermittlung andere Kollegen am Portal einsetzen. „Und vergiss deine Hausaufgaben nicht,“ ruft sie im Hinausgehen ihrem Sohn zu. „Bin ja schon dabei,“ meint Mehmet und setzt sich an den Bildschirm. Auf der 3D-Ansicht von Arnsberg klickt er seine Schule an, geht in sein virtuelles Klassenzimmer und trifft sich dort mit einigen seiner Mitschüler, um die Geschichtsstunde von morgen vorzubereiten. Diese Woche ist sein Schülerteam für den Unterricht verantwortlich, also gilt es, das Bildungsportal nach spannenden Videos und Unterrichtsmaterialen abzusuchen - damit die Klasse begeistert ist und der Lehrer schön aufpasst. So macht vernetzte Schule richtig Spaß – aber dazu mehr in der nächsten Folge oder im Internet unter www.arnsberg.de/t-city.

Wolfgang Mattern

Mattern Consult GmbH

Arnsberg T-City: Eine ganze Stadt gewinnt

Das Arnsberger T-City-Kompetenzteam
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Arnsberg nimmt mit seinem Kompetenzteam am Wettbewerb der Deutschen Telekom AG "T-City" teil und befindet sich in der Finalrunde. Der Wettbewerb endet am 21.02.2007.



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