Aktuelle Türkei? Nein, sondern unfaire Stimmungsmache mit alten Geschichten

Unfaire Berichterstattung über die Türkei hilft niemandem (openPR) - In den letzten Tagen sind in der österreichischen und Schweizer Presse verschiedene Artikel erschien, in denen über ein jetzt gegen die Türkei ergangenes Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte berichtet wird, mit dem diese wegen schwerer Folter zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt wurde.

Bei nahezu gleich lautenden Meldungen verschiedener Zeitungen aus der Schweiz, Lichtenstein und Österreich und dem ORF wird dabei die Formulierung verwendet «wurde die Türkei ... abermals wegen Fällen schwerer Folter verurteilt. Die Straßburger Richter wiesen die Regierung in Ankara an, den Klägern - einem im deutschen Exil lebenden Geschwisterpaar - zusammen 50.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.»

AUCH HEUTE NOCH TEILWEISE UNBEFRIEDIGENDE ZUSTÄNDE

Niemand wird ernsthaft bestreiten können, dass es auch heute noch Fälle von Folter in türkischen Gefängnissen speziell in der „Ermittlungsphase“ gibt. Das belegen die jährlichen Berichte von Menschenrechtsorganisationen und auch der ATR sind solche Schilderungen aus erster Hand bekannt.
Auch die Zustände in vielen türkischen Gefängnissen sind noch weit entfernt von europäischen Vorstellungen über Hygiene, angemessene Versorgung und menschengerechte Unterbringung der Gefangenen.
Bei der Beurteilung sollte man allerdings nicht die Lebensverhältnisse außer Acht lassen, in denen immer noch eine große Zahl türkischer Bürger sowohl in Städten, als insbesondere auch auf dem Land lebt.

Das ist die eine Seite, die man nicht leugnen sollte. Doch es gibt auch eine andere Seite, und eben die ist es, die von einigen Presseorganen genutzt wird, um in unfairer Weise gegen die Türkei Stimmung zu machen. Genau um einen solchen Fall handelt es sich auch diesmal wieder, bei der Berichterstattung über den Prozess, der vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geführt und jetzt entschieden wurde, wobei den Klägern ein Schmerzensgeld in erheblicher Höhe zugesprochen wurde.

EIN VORFALL AUS 1993

Man muss die Nachrichten sehr sorgfältig und bis zum Ende lesen, um das Tendenziöse der Berichterstattung herauszufinden. Im weiteren Text der Meldungen wird deutlich, dass es sich um einen Vorfall handelt, der nicht weniger als 14 (!) Jahre zurückliegt.

Zitat: «Der heute 40 Jahre alte Mann und seine 36-jährige Schwester waren im Juli 1993 in Istanbul wegen mutmaßlicher Zugehörigkeit zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) festgenommen und tagelang festgehalten worden. In dieser Zeit wurden sie eigenen Angaben zufolge von Polizisten mit Elektroschocks und Stockhieben auf die Füße malträtiert, mit eiskaltem Wasser übergossen, stundenlang nackt an den Armen aufgehängt sowie sexuell missbraucht.»

KRITISCHE BERICHTERSTATTUNG? JA, ABER FAIR!

Kritische Berichterstattung über die aktuellen Verhältnisse in der Türkei ist notwendig und kann dazu beitragen, wünschenswerte Entwicklungsprozesse in diesem Land voranzubringen. Auch die Aufarbeitung der jüngeren türkischen Vergangenheit in Prozessen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mag für die Türkei unangenehm sein, hilft aber nicht nur zu einem späten Zeitpunkt den Opfern von staatlichen Übergriffen, sondern beweist auch die Reformfähigkeit.

Solche Entwicklungen dadurch zu stören, dass in Teilen der europäischen Presse mit geschickt ausgewählten Überschriften den Lesern suggeriert werden soll, in der Türkei habe sich immer noch nichts geändert, sind dagegen schädlich und destruktiv. Außerdem spielt man damit den türkischen Kräften in die Hände, die Europa eine grundsätzlich „Türkei feindliche Haltung“ unterstellen wollen.

Diese negative Wirkung sollte man bei der Berichterstattung über Prozesse des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bedenken!

Weitere interessante Informationen zur Türkei finden Sie in der neuesten Ausgabe der Aktuellen Türkei Rundschau. Sie kann gegen einen geringen Kostenbeitrag im Internet als pdf-Datei heruntergeladen werden, um sie am Bildschirm zu lesen oder im A4-Format auszudrucken.

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Einzige deutschsprachige Wochenzeitung für die Türkei
Hrsg.: Jürgen P. Fuß & Andrea Morawe

● Die Aktuelle Türkei Rundschau (ATR) erscheint seit 2004. Die ATR war die erste überregionale deutschsprachige Print-Wochenzeitung in der Türkei. Im Mai 2006 wurde die vierzehntägig erscheinende Zeitung «Prima Leben» in die ATR integriert. Seit Januar 2007 erscheint die ATR ausschließlich als E-Zeitung und kann weltweit bestellt werden (Einzelhefte und im Abonnement).
● Leser der ATR sind Deutsch sprechende Europäer und Türken, die in der Türkei leben sowie Menschen und Institutionen, die aus der Türkei Nachrichten über die Türkei in deutscher Sprache suchen.



Dieser Artikel wurde veröffentlicht auf
OpenPR - http://openpr.de/news/121375/Aktuelle-Tuerkei-Nein-sondern-unfaire-Stimmungsmache-mit-alten-Geschichten.html




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