Aktuelle Türkei Rundschau: Drei spannende Themen in dieser Woche

Aktuelle Türkei Rundschau - Ausgabe 121 ab 20. Januar im Internet zum Download (openPR) - Jeder, der sich mit dem Gedanken trägt, privat oder geschäftlich in der Türkei sich zu engagieren, tut gut daran, sich regelmäßig über die aktuellen Verhältnisse der Türkei umfassend zu informieren. Das gilt in diesem Jahr mehr den je.

Dieses „komplexe Land“ - so die Formulierung eines EU-Beobachters, nachdem er im vergangenen Herbst von einem Besuch aus der Türkei zurückgekehrte - ist noch weit entfernt von westlicheren Wertesystemen und Denkweisen. Dies gilt für nahezu alle Bereiche des türkischen Lebens, und wurde gerade in den letzten Tagen dem aufmerksamen journalistischen Beobachter wieder besonders deutlich vor Augen geführt.

Drei spannende Themen finden in der neuesten Ausgabe der Aktuellen Türkei Rundschau (ATR) ihren Niederschlag. An erster Stelle steht der Problemkomplex „Türkei - Irak - Kurden – PKK“. «Eine erste Analyse der aktuellen politischen Entwicklung führt zu dem Ergebnis, dass sich die Türkei mit ihrem „Kurden PKK/-Problem“ auf dem Weg in eine völlige Isolation befindet. Während in der Weltpolitik dieses Thema nur eine vergleichsweise geringe Rolle spielt, ist es in der Türkei zwischenzeitlich auf Platz eins gerückt,» meinen die Herausgeber Andrea Morawe und Jürgen P. Fuß in ihrem Kommentar zur neuen Ausgabe.

Eine Analyse des von der ATR regelmäßig ausgewerteten staatlichen türkischen Pressedienstes bestätigt dieses mit unwiderlegbarer Deutlichkeit: In den letzten Tagen beschäftigen sich nicht weniger als 12 der 24 im Pressedienst aufgeführten Zeitungsartikel mit dem angesprochenen Themenkomplex. Rechnet man noch die Nachrichten hinzu, die einen mittelbaren Bezug zum Thema haben, kommt man auf 14 Artikel was einem Anteil von 58% (!) entspricht.

Und von den fünf Kommentaren, die in diesen Tagen im Pressedienst abgedruckt wurden, beschäftigen sich sogar alle fünf mit dem Thema „Türkei - Irak - Kurden – PKK“.
Und der Tenor ist in allen Beiträgen und Kommentaren der gleiche. Die Türkei muss mit aller Gewalt verhindern, dass im Nord-Irak eine weitere Konzentration der kurdischen Interessen stattfinden kann, die schließlich in einem autonomen kurdischen Staat führen würden. Wobei der Begriff „mit aller Gewalt“ wörtlich zu nehmen, nämlich notfalls auch mit militärischen Aktionen der Türke im Norden des Iraks.

Ein weiteres Thema, das die ATR in den letzten Monaten schon mehrfach aufgegriffen hat, bedarf auch in dieser Woche wieder einer besonderen Beachtung. Wieder einmal geht es darum, dass in der Türkei besonders wertvolle historische Kulturstätten dem Fortschritt geopfert werden sollen. Erneut besteht die Gefahr, dass mit ausdrücklicher staatlicher Genehmigung Zeugen der Vergangenheit, die in den letzten Jahren mit großem Aufwand freigelegt worden sind, in den Fluten eines Stausees verschwinden sollen.

Meint die ATR: Wenn Touristen „alte“ Steine mit nach hause nehmen, kommen sie ins Gefängnis. Wenn Kulturstätten dem vermeintlichen Fortschritt geopfert werden, geschieht dies mit Unterstützung der Regierung. Dies ist nicht nur kulturhistorisch eine Schande, sondern auch einmal mehr ein Beweis dafür, wie sorglos mit öffentlichen Geldern umgegangen wird. Zum Glück hat im November letzten Jahres quasi in letzter Minute ein Gericht zunächst einmal die Flutung untersagt. Doch ob diese Entscheidung Bestand haben wird, bleibt abzuwarten.

Schließlich wird in der neuen Ausgabe ein Thema aufgegriffen, das sich mit dem besonderen Umgang mit kaufmännischen und anderen Zahlen in der Türkei beschäftigt. Entscheiden Sie selbst, ob Sie unseren Beitrag der Kategorie Satire oder der Kategorie „Report über die Wirklichkeit“ zuordnen wollen, fordern die Herausgeber ihre Leserinnen und Leser auf. Wie auch immer Ihre Entscheidung ausfällt, Tatsache bleibt, dass in der Türkei mit Zahlen in einer Art umgegangen wird, die man in höflicher Form am besten als höchste Stufe der Kreativität bezeichnet. Dass Problem an diesen Zahlen ist allerdings, dass sie mit der Wirklichkeit nur wenig gemeinsam haben.

Die neueste Ausgabe der Aktuellen Türkei Rundschau kann für einen geringen Kostenbeitrag im Internet als pdf-Datei heruntergeladen werden.

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Aktuelle Türkei Rundschau & Prima Leben - ATR
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Aktuelle Türkei Rundschau & Prima Leben – ATR -
Hrsg.: Jürgen P. Fuß & Andrea Morawe

¥ Die Aktuelle Türkei Rundschau (ATR) - war die erste überregionale deutschsprachige Print-Wochenzeitung in der Türkei.

¥ Die ATR erscheint seit 2004. Im Mai 2006 wurde die vierzehntägig erscheinende Zeitung «Prima Leben» in die ATR integriert. Seither erscheint die Zeitung unter dem Titel «Aktuelle Türkei Rundschau – Prima Leben» - ATR-

¥ Leser der ATR sind Deutsch sprechende Europäer und Türken, die in der Türkei leben sowie Menschen und Institutionen, die aus der Türkei Nachrichten über die Türkei in deutscher Sprache suchen.

¥ Seit Januar 2007 erscheint die ATR ausschließlich als E-Zeitung und kann weltweit bestellt werden (Einzelhefte und im Abonnement).



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